Gästebuch

Problempferdetraining 2013 mit Carmen, oder: Die Geschichte von Lilly Hope

Montag, 23. Februar 2015 18:26 - carmen

Wir hatten damals beim Aussuchen des Names, für dieses wunderschöne kleine Stutfohlen keine Ahnung, dass das Wort »Hoffnung« , eine völlig neue Dimension annehmen würde.

Trotz unzähliger vorangegangener Fohlenjahrgänge, war dieses Fohlen in allem einfach »anders«… Es kämpfte wie ein Tiger, wenn ihr etwas nicht in den Kram passte (und das war sehr oft der Fall), war scheu wie ein Reh, gleichzeitig jedoch neugierig, offen und verschmust wie ein Stubentiger. Egal, was gestern easy war, wurde heute schon in Frage gestellt… eben ambivalent.

Aufhalftern, keine Chance! Impfen, keine Chance, Hufe geben, keine Chance… Trotz »gutgemeintem« Rat vieler Züchter der verschiedensten Pferderassen, wie per Lasso »umwerfen« und dann liegend Aufhalftern, Anketten und »Auszappeln« lassen, Bigballen am Frontlader aufspicken und Lilly in die Enge treiben, bis sie nicht mehr entweichen kann, Runtersedieren etc. … war für uns keine geeignete »Lösung« darunter … !!!

Auch die Tierärzte kamen an ihre Grenzen. Sedalin für ein 1.600kg »Pferd« und 1 Liter Burgunder? Lilly stand wie der Fels in der Brandung und ich wurde verdächtigt, dass ich jeden Abend mit meinen Pferden anstosse, da wohl Lilly trinkfest sei? Na ja. Egal welches Beruhigungsmittel wir Lilly gaben und egal ob hoch oder niedrig dosiert. Lilly schien »immun/resistent« dagegen zu sein… Ja super, auch das noch!

Aufgrund eines gesehenes Tierfilms aus Namibia, kam ich auf die Idee: Ein Tierarzt mit Blasrohr zur Sedierung musste her. Gesagt, getan. Ein renommierter Tierarzt kam tatsächlich angereist, inkl. Blasrohr im Gepäck… Als er Lilly sah: Zebradosis, das reicht!! Einmal Luftholen und »schupp«, die Spritze saß… nur Lilly lag nicht flach, wie angenommen… Ganz im Gegenteil, wie immer, quietschfidel und alles andere als »benebelt« …

»Gibt’s nicht, sprach der Tierarzt aus der afrikanischen Savanne … und lud mit einer 2. »Zebradosis« nach… (nun befanden wir uns im Bereich einer »Nashorndosis«…) Lilly lag zwar immer noch nicht flach, aber immerhin war sie so benebelt, dass das Halfter endlich seinen Platz fand, wo es hingehörte. Dann volles Programm: Impfen, Chippen, Hufkontrolle… So, Halfter drauf, aber Pferdchen nach wie vor nicht handlebar! Ergo: Frust, die Nerven lagen blank und der Geldbeutel erreichte ebenso einen schwindelerregenden Tiefstand!

Da kam, dem Himmel sei Dank, Carmen auf den Plan… Innerhalb kürzester Zeit fand sie einen Zugang zu Lilly!
WAHNSINN!!! Und dies alles ohne Gewalt, ohne viel Tamm Tamm, mit einer souveränen Ruhe und Professionalität. WOW!! Der Erfolg stellte sich in kürzester Zeit ein – keine acht Trainingsstunden und Lilly war halfterführig und schritt mit Ruhe und ohne Angst am Strick neben einem her… egal ob im Stall, der Gang zur Koppel, an »unheimlichen« Dingen vorbei …

Nach weiteren Instruktionen von Carmen an mich, wie ich weiterarbeiten soll, ist Lilly mittlerweile DAS Traumpferd schlechthin geworden…. Hufschmied, Tierarzt, Anbinden, Führen, Halftern – egal was, kein Problem mehr! Herzlich Willkommen, du Traumpferd!!

Und hiermit möchte ich meinen herzlichen Dank nochmals an Carmen Moll aussprechen, denn ohne ihr feinfühliges Training im Horsemanship wäre aus unserer Lilly Hope ein hoffnungsloser Fall geworden!!!

Die Hoffnung stirbt zuletzt.
S.W.